Geschichte

Mittelalter und Islam

Im Mittelalter gab es in ganz Europa öffentliche Badestuben, in denen beide Geschlechter gemeinsam oder separat kalt und warm baden konnten. In Deutschland wurden sie etwa ab dem 12. Jahrhundert von einem so genannten Bader geführt, der auch Dienstleistungen, wie Rasuren oder einfache medizinische Behandlungen, ausführte. Im Spätmittelalter kamen - durch den Einfluss der Kirche - die Badehäuser in Verruf, da öffentliches Baden als Zügellosigkeit gebrandmarkt wurde.

In Nordeuropa entwickelten die Finnen und Russen Dampfbäder, die durch die Badekultur der skythischen Nomaden beeinflusst waren. In den islamischen Kulturen, in denen das Bad nicht nur der Körperhygiene diente, sondern auch aus rituellen Gründen vorgeschrieben war, hatte das gemeinschaftliche Bad einen wichtigen sozialen Stellenwert, hier wurden Politik und Geschäftliches besprochen und abgewickelt. Neben privaten Badeeinrichtungen gab es öffentliche, streng nach Geschlechtern getrennte Badeanlagen (Hammam oder Hamam, arabisch: Bad).


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